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Kreuzbandoperation


Im Zentrum des Kniegelenkes spannen sich zwischen Ober- und Unterschenkel zwei für die Gelenkstabilität sehr wichtige Bänder aus. Schaut man von vorn, so kreuzen sie sich, weshalb das eine als vorderes und das andere als hinteres Kreuzband bezeichnet wird.

Zerreißt im Rahmen eines Sportunfalles ein Kreuzband, so resultiert zunächst eine schmerzhafte Schwellung des Gelenkes (Bluterguss). Nach Abklingen dieser akuten Phase ist es möglich, dass das Gelenk über mehrere Jahre auch ohne Operation beschwerdefrei wird. Jedoch kann ein zerrissenes Kreuzband niemals heilen, so dass immer eine Instabilität des Kniegelenkes resultiert. Die Verletzungshäufigkeit des Kniegelenkes steigt insbesondere bei Sportlern nach einem Kreuzbandriss beträchtlich an, so dass die Gefahr von weiteren Kniegelenksverletzungen besteht. Darüberhinaus kommt es oft in der Folge der Kniegelenksinstabilität zu einem vorzeitigen Verschleiß des Knorpels und der Menisken (Arthrose).

 

Kreuzband Blick in das Zentrum
eines Kniegelenkes

Man sieht die beiden
Kreuzbänder, wobei
das Vordere gerissen ist.

 

Deshalb wird Betroffenen heute beinahe prinzipiell zu einer Kreuzbandersatz-OP geraten, zumal der Eingriff im Rahmen einer Gelenkspiegelung, das heißt sehr schonend (minimal invasiv) durchgeführt werden kann:

Für den Kreuzbandersatz stehen mehrere Verfahren zur Auswahl. Bei dem derzeit meist angewendeten Vorgehen wird über einen 2–3 cm langen Schnitt mit Hilfe eines Spezialinstrumentes eine Sehne von der Beugeseite des Oberschenkels gewonnen (Semitendinosus-Sehne), welche zur Verstärkung oft mit einer zweiten Sehne (Gracilis) kombiniert wird. Diese Transplantate können dann während der Gelenkspiegelung an genau definierten Orten im Knie durch präzise gebohrte Kanäle eingesetzt und befestigt werden.

 

Kreuzband Kreuzband

Die Bohrkanäle können dank
präziser Zielgeräte exakt an
der richtigen Stelle positioniert
werden

 

Die zuvor entnommenen,
präparierten Sehnen werden
ins Gelenk eingezogen.

 

 

Kreuzband Implantat Die Befestigung im Knochen erfolgt mit modernen Implantaten (Stifte, Schrauben), welche nach wenigen Jahren vom Knochen abgebaut werden, also nicht wieder entfernt werden müssen. 

Blick in das Zentrum eines Kniegelenkes

Man sieht die beiden Kreuzbänder, wobei
das Vordere gerissen ist.



Bilder: Arthrex


Nach der OP sollte das Bein für 3 Wochen nur leicht belastet und nicht voll gebeugt werden. Danach werden die Gehstützen weggelassen und das Knie wird zunehmend gebeugt. Eine spezielle Krankengymnastik ist für ein gutes Ergebnis wichtig und sollte wenigstens 3 Monate lang durchgeführt werden.

Je nach beruflicher Belastung beträgt die Dauer der Arbeitsunfähigkeit zwischen 4 und 12 Wochen!

Nach Rücksprache mit dem Operateur können leichtere sportliche Belastungen nach 3 Monaten wieder durchgeführt werden. Das Knie belastende Sportarten wie Fußball oder Skifahren sollten erst nach 6–12 Monaten wieder trainiert werden.