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Presseartikel


Künftig orthopädische Operationen möglich

Gießener Anzeiger, 14. Dezember 2006

Gesundheitsnetz und Evangelisches Krankenhaus kooperieren

GIESSEN (fm). Bei der Vorstellung des „Gesundheitsnetzes Giessen“ (gng) vor knapp zwei Wochen war von „Belegbetten in einem Gießener Krankenhaus“ die Rede. Seit gestern ist das Geheimnis gelüftet: Ab Januar 2007 werden im Evangelischen Krankenhaus (EV) auch orthopädische Operationen durchgeführt.

„Ich bin sehr glücklich, dass es uns gelungen ist, das Gesundheitsnetz Giessen (gng) als Kooperationspartner zu gewinnen“, Sagte Prof. Dr. Karl-Heinz Muhrer, der Ärztliche Direktor des EV und Chefarzt der Chirurgischen Abteilung. Im Beisein des 1. Vorsitzenden des Trägervereins, Klaus Rumpf, und des stellvertretenden Verwaltungsleiters Matthias Barho schilderte Muhrer die Vorteile dieser “weitreichenden Kooperation mit Orthopäden“. Das EV wird künftig ein Anlaufpunkt für schmerzgeplagte Patienten sein. Zum Beispiel bei Verschleißerkrankungen der großen Gelenke.
Operationen von Knie- und Hüftprothesen bei Arthrosepatienten können im EV ohne die sonst üblichen drei- bis sechsmonatigen Wartezeiten vorgenommen werden. Dank einer hochmodernen Anästhesieabteilung und Intensivstation sind am EV solche Eingriffe auch bei Risiko-Patienten – etwa mit kardinalen Begleiterkrankungen – möglich.
Das operative Spektrum des EV werde durch ihre Kooperation enorm bereichert, war sich Muhrer mit dem Orthopäden D. Hans-Peter Matter, Ärztlicher Direktor des GNG, einig. Zu den Neuerungen gehört die Anwendung der sogenannten „Schlüssellochchirurgie“ auf Knie- Schulter- und Sprunggelenke. Durch die neue Kooperation konnte außerdem „eine der ganz wenigen Fachärztinnen für Kinderorthopädie in Deutschland“ für das EV gewonnen werden.
Für Rumpf ist es besonders wichtig, dass am EV „der Patient als Mensch im Mittelpunkt steht“ und nicht als ein bloßer ‚Produktgegenstand‘ gesehen wird. Glücklich über den Standort Gießen Innenstadt ist Muhrer auch deshalb, weil den Patienten nach der Operation lange Wege erspart bleiben und weil sie zur Rehabilitation nicht mehr nach Bad Nauheim oder Bad Endbach reisen müssen. „Jetzt ist eine ambulante, postoperative Rehabilitation vor Ort in Gießen (Frankfurter Straße 1) möglich.“
„Wir können von ärztlicher Seite direkt Einfluss nehmen auf die Therapie“, betonte Matter. Grund sei eine im selben Haus befindliche Physiotherapie-Praxis. Da auch ein Internist in die ganzheitliche Versorgung eingebunden sei, erübrigten sich Doppel- und Dreifachuntersuchungen. Das Wichtigste: „Ohne Krankenhaus wären wir wie ein Mann ohne Bein.“ Trotz aller Vorteile muss in Bezug auf die Kostenträger noch Überzeugungsarbeit geleistet werden. Und die Chancen stehen nicht schlecht: Mit 9000 stationären Patienten hat das EV in diesem Jahr eine neue Rekordmarke erreicht. Außerdem liegt die mittlere Verweildauer in der Chirurgie des EV bei nur 6,1 Tagen. Für Muhrer „ein hessenweiter Rekord“. Nur unerheblich länger ist die durchschnittliche Verweildauer bezogen auf das gesamte EV: Sie beträgt 6,16 Tage.

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