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Presseartikel

 

»EV« und neues »Gesundheitsnetz«

Gießener Allgemeine, 14. Dezember 2006

Krankenhaus baut orthopädische Chirurgie auf – Operationen auf der Hardt, Rehabilitation in der Frankfurter Straße

Gießen (mö). In Gießen gibt es ein weiteres Kooperationsprojekt zwischen einem Krankenhaus und niedergelassenen Ärzten. Wie Prof. Karl-Heinz Muhrer, Ärztlicher Leiter des Evangelischen Krankenhauses, und Dr. Hans-Peter Matter, Initiator des »Gesundheitsnetzes Gießen« (gng), gestern vor Journalisten mitteilten, kooperieren beide Einrichtungen im Bereich der Orthopädie miteinander. Verbunden mit dieser Zusammenarbeit ist der Aufbau einer orthopädischen Chirurgie in dem Krankenhaus. Beide Einrichtungen versprechen sich »wichtige Synergieeffekte« und für Patienten, die an einer schmerzhaften Gelenkserkrankung leiden, eine »deutliche Verkürzung« der Wartezeit auf eine Operation.

»Das operative Spektrum unseres Hauses wird dadurch enorm bereichert. Unsere Patienten werden dies dankbar annehmen und davon profitieren«, sagte Muhrer. Von einer »ausgezeichneten Ergänzung« für das »EV« sprach Klaus Rumpf, Vorsitzender des Trägervereins. Dr. Matter, über dessen in der Frankfurter Straße ansässiges gng die AZ bereits berichtet hatte, betonte, ohne Krankenhaus als Partner wäre das Fachärztehaus »wie ein Mann ohne Bein«.

Die ersten Operationen in der Kooperation – das gng verfügt über Belegbetten im EV – seien bereits im August durchgeführt worden, richtig einsteigen wolle man ab dem 1. Januar. Allerdings müssten die Kassen den Umfang der neuen OP-Abteilung erst noch akzeptieren, räumte Muhrer ein. Die Kostenträger argumentierten bislang, dass die orthopädische Chirurgie durch das Uniklinikum  und die Häuser in Braunfels und Lich ausreichend abgedeckt sei. Dort betragen die Wartezeiten auf einen OP-Termin laut Muhrer aber »Monate«. Der Bedarf für zusätzliche Kapazitäten sei also da, was den Kassen im Rahmen der anstehenden Budgetverhandlungen deutlich gemacht werden soll.

Zum Operationsspektrum werden Eingriffe an Knien und Hüften von Arthrosepatienten, minimalinvasive (»Schlüssellochchirurgie«) für alle Gelenke und die operative Kinderorthopädie gehören. Die folgende ambulante, postoperative Rehabilitation findet dann in den Räumen des gng in der Frankfurter Straße statt.

In diesem Versorgungszentrum stehen den Patienten außer einer Reihe von Orthopäden eine große physiotherapeutische Abteilung, ein Internist sowie ein Bereich für ambulante Rehabilitation zur Verfügung. Insgesamt arbeiten im gng rund 30 Personen.

Wie Rumpf und Muhrer betonten, sei die Ausbauplanung für das Krankenhaus am Standort Paul-Zipp-Straße von der Kooperation nicht berührt. Im Gegenteil sei die Zusammenarbeit ein Argument, den beabsichtigten Ausbau der OP-Kapazitäten zeitnah in Angriff zu nehmen. Muhrer: »Unser Engpass ist nicht das Bett, sondern die OP-Kapazität.«

Die durchschnittliche Verweildauer eines stationären Patienten liege im »EV« mittlerweile bei nur 6,1 Tagen. 2006 werde das Krankenhaus erstmals über 9000 Patienten stationär behandeln.

 

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